EntwicklungWarum ein Angebot nur für Jungen?
Von Frank Fleischmann
Während meiner langjährigen sexualpädagogischen Arbeit bei pro familia, an allen Schularten in den unterschiedlichsten Jahrgangsstufen (2.-12. Klasse), habe ich die vielerorts herrschenden Spannungen in den Klassen und die auftretenden Probleme hautnah mitbekommen.
Mit der Zeit reifte die Idee für einen neuartigen Workshop, eine Kombination aus Sexualaufklärung, Vorbereitung auf, bzw. Begleitung durch die Pubertät mit integrierter Gewaltprävention. Warum die Kombination dieser beiden Themengebiete so wichtig ist, zeigt sich bei der Realisation: Sexualpädagogik ist eine sehr vertrauliche Thematik, weshalb wir in geschlechtshomogenen Gruppen arbeiten. Zunächst wird Vertrauen Schritt für Schritt aufgebaut. Von diesem Vertrauensvorschuss profitiert anschließend der zweite Teil des Angebots, die Gewaltprävention. Die Kinder kennen die Pädagogen bereits, sind also offener für Gespräche und reden eher über ihre Ängste und Emotionen.
Die "aktive" Gewaltprävention: Die Methode „Kampfesspiele“ wurde, neben neu entwickelten Integrationsspielen, ein wichtiger Bestandteil des gewaltpräventiven Teils. Das elementar Wertvolle an den „Kampfes-“ und Integrationsspielen (entwickelt von Josef Riederle), ist die Tatsache, dass deren vordergründige pädagogische Absicht von den Schülern nicht wahrgenommen wird. Sie kämpfen und spielen, und erkennen den Lerneffekt erst danach. Dies impliziert auch die Bezeichnung "aktive" Gewaltprävention: Die Schüler lernen - im Gegensatz zu frontalen Unterrichtsformen - bei der selbstätigen Ausführung ihrer eigenen Aktion angemessenes Verhalten. Anhand verschiedener lernpsychologischer Vorgänge kommen wir schrittweise zu Themen wie Fairness, Respekt, Verantwortung sowie zum Unterschied zwischen Kampf und Gewalt.
Aktiv Gelerntes prägt sich somit bei den Schülern dauerhaft ein und verankert sich nachhaltig. Pädagogischer Hintergrund sind hier vor allem systemische und konstruktivistische Ansätze.
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